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Rituelle Gewalt

Die bekannteste Definition stammt von Thorsten Becker und Ulla Fröhling. Sie wurde 1998 erarbeitet für die nicht-öffentliche Anhörung der SPD-Bundestagsfraktion zum Thema „Destruktive Kulte und Rituelle Mißhandlung: Opfer, Täter und Konsequenzen für die Politik“. Die Definition wird vielfach zitiert und fand 2011 auch Eingang in den „Abschlussbericht der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann“:

„Rituelle Gewalt ist eine schwere Form der Misshandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern. Intention ist die Traumatisierung der Opfer. Rituelle Gewalt umfasst physische, sexuelle und psychische Formen von Gewalt, die planmäßig und zielgerichtet im Rahmen von Zeremonien ausgeübt werden. Diese Zeremonien können einen ideologischen Hintergrund haben oder auch zum Zwecke der Täuschung und Einschüchterung inszeniert sein. Dabei werden Symbole, Tätigkeiten oder Rituale eingesetzt, die den Anschein von Religiosität, Magie oder übernatürlichen Bedeutungen haben. Ziel ist es, die Opfer zu verwirren, in Angst zu versetzen, gewaltsam einzuschüchtern und mit religiösen, spirituellen oder weltanschaulich-religiösen Glaubensvorstellungen zu indoktrinieren. Meist handelt es sich bei rituellen Gewalterfahrungen nicht um singuläre Ereignisse, sondern um Geschehnisse, die über einen längeren Zeitraum wiederholt werden.“

Unter ritueller Gewalt verstehen wir also vielschichtige Folter im Rahmen eines Glaubenssystems. Die Folter verursacht extreme Schmerzen und löst Todesangst aus. Mit dem Glaubenssystem wird die Gewaltausübung gerechtfertigt. Meist wird sie über viele Jahre hindurch ausgeübt – generationsübergreifend in Familiensystemen, in destruktiven Sekten oder Kulten und in organisierter Kriminalität, z.B. bei Handel und sexueller Ausbeutung von Kindern.

Das massive Leid kann die Opfer an die Täter binden – ähnlich wie beim Stockholm-Syndrom, welches manche Geiseln entwickeln, die ihre Entführer verteidigen und sich mit ihnen solidarisieren.

Die Gewalterfahrungen sind so traumatisch, daß die Betroffenen starke körperliche und seelische Schäden erleiden. Massive Ängste, selbstverletzendes Verhalten, komplexe posttraumatische Belastungsstörungen, dissoziative Persönlichkeitsstrukturen sind einige der möglichen Folgen. Viele Betroffene benötigen langjährige – wenn nicht lebenslange – Begleitung, Beratung, Therapie.

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Letzte Änderung am 12.07.2016 um 13:38 Uhr.

© Design: MicroGlobe/L. Fröhling, Photos: I. Eitel, G. Hänel (GARP), I. Kovarik und Renate Rennebach-Stiftung 2013-2016

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